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bewegen die Kammer gemeinsam!

News

BPtK: Sachverständigenrat: Vier Monate Wartezeit auf eine ambulante Psychotherapie
19. Juli 2018

Auch wochenlange Wartezeiten in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken

Patienten warten im Durchschnitt vier Monate auf den Beginn einer ambulanten Psychotherapie. Das ist ein Ergebnis des diesjährigen Gutachtens des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Damit bestätigt das Gutachten die Wartezeitenstudie 2018 der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), nach der Menschen im Mittel fünf Monate auf den Beginn einer Psychotherapie warten müssen. Auch in der stationären Versorgung bestehen Wartezeiten: Psychisch kranke Menschen warten ein bis zwei Monate, wenn sie eine Behandlung in einem psychiatrischen oder psychosomatischen Krankenhaus benötigen und nicht als Notfall eingewiesen werden.

Um die Wartezeiten zu verringern, fordern die Gutachter mehr ambulante und teilstationäre Angebote. Insbesondere plädieren sie dafür, das ambulante Angebot an intensiven Behandlungen auszubauen. In der Hoffnung auf hochfrequente Psychotherapien ließen sich viele Patienten in Kliniken einweisen. Anders, als die Patienten erwarteten, gehörten intensive Psychotherapien jedoch meist gar nicht zu den Behandlungen, die Psychiatrien anbieten, so die Gutachter. Sie empfehlen deshalb, intensive Behandlungsangebote auszubauen. Dies sollen vor allem psychotherapeutische Angebote sein, zum Beispiel kombiniert mit psychiatrischer Krankenpflege. Diese Angebote wären eine wesentliche Ergänzung sowohl der ambulanten psychotherapeutischen und psychiatrischen als auch (teil-)stationären Behandlungsmöglichkeiten.

"Wir befürworten den vorgeschlagenen Ausbau von ambulanten Angeboten mit intensiven Behandlungen für psychisch kranke Menschen", erklärt BPtK-Präsident Dr. Dietrich Munz. "Dabei sollten Psychotherapeuten die Koordination für die gesamte Behandlung übernehmen und zum Beispiel auch psychiatrische Krankenpflege oder Ergotherapie verschreiben können."

Am 2. Juli 2018 veröffentlichte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen sein aktuelles Gutachten "Bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung". Der Rat wird sein Gutachten am 26. September 2018 in Berlin auf einem Symposium vorstellen. Außerdem sind erstmals vier Regionalkonferenzen geplant.

Links:
Gutachten des Sachverständigenrates

BPtK zum Pflegepersonalstärkungsgesetz: Psychotherapeutische Versorgung in Pflegeinrichtungen verbessern
11. Juli 2018

BPtK zum Pflegepersonalstärkungsgesetz

Der Gesetzentwurf zur Stärkung des Pflegepersonals sieht vor, die ärztliche Versorgung in Pflegeeinrichtungen durch verbindlich abzuschließende Kooperationsverträge zwischen Pflegeeinrichtungen und Vertragsärzten zu verbessern. Neben einer besseren somatisch-ärztlichen Versorgung besteht jedoch außerdem ein dringender Bedarf, Patienten mit psychischen Erkrankungen in Pflegeeinrichtungen besser zu versorgen. Insbesondere werden zu häufig und zu viele Psychopharmaka trotz der damit verbundenen Risiken verschrieben. Dabei stehen wirksame nicht-medikamentöse und psychotherapeutische Interventionen zur Verfügung, um z. B. Verhaltensstörungen bei Demenzen und depressive Erkrankungen zu behandeln. Die Bundespsychotherapeutenkammer hält es deshalb für erforderlich, dass im Gesetzestext ausdrücklich auch der Abschluss von Kooperationsverträgen mit niedergelassenen Psychotherapeuten oder die Anstellung von Psychotherapeuten in Pflegeeinrichtungen ermöglicht und gefördert werden. 

Die Verbändeanhörung zum Entwurf zum Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz findet am 11. Juli 2018 statt.

Downloads
Stellungnahme der BPtK: Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Pflegepersonals (Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz – PpSG) - Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit

BPtK zum Pflegepersonalstärkungsgesetz: Videobehandlung auch für Psychotherapeuten
11. Juli 2018

BPtK zum Pflegepersonalstärkungsgesetz

Mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Pflegepersonals soll nach dem Willen des Bundesgesundheitsministeriums auch eine gesetzliche Grundlage dafür geschaffen werden, dass Videosprechstunden als telemedizinische Leistung in der psychotherapeutischen Versorgung eingesetzt werden können. Der Bewertungsausschuss soll beauftragt werden, bis zum 1. April 2019 die notwendigen Voraussetzungen für die Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab zu schaffen. 

Die Bundespsychotherapeutenkammer begrüßt, dass damit diese Leistung auch in der ambulanten Psychotherapie eingeführt werden soll. Hierbei sind allerdings die berufsrechtlichen Sorgfaltspflichten zu beachten. Einer Videobehandlung muss zum Beispiel immer eine angemessene Diagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung im unmittelbaren persönlichen Kontakt vorangehen. Ferner müssen Datensicherheit und Datenschutz sichergestellt sein.

 

Downloads

Stellungnahme der BPtK: Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Pflegepersonals (Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz – PpSG) - Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit

BPtK: Gestalttherapie nicht als psychotherapeutisches Verfahren anerkannt
09. Juli 2018

Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie veröffentlicht Gutachten

Die Gestalttherapie kann nicht als wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren gelten. Zu diesem Ergebnis kommt der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) in seinem Gutachten, das er heute auf seiner Homepage veröffentlicht hat. 

„Für die Gestalttherapie liegen bisher nur ausreichend Belege für ihre Wirksamkeit bei affektiven Störungen bei Erwachsenen vor“, stellt Prof. Dr. Günter Esser, erster Vorsitzender des WBP, fest. „Für eine Anerkennung als psychotherapeutisches Verfahren fehlen Belege für mindestens zwei weitere Anwendungsbereiche.“ Damit kann die Gestalttherapie nicht als Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten empfohlen werden. Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen konnte der Beirat in keinem Anwendungsbereich ausreichende Belege für ihre Wirksamkeit finden. 

Der WBP hatte die Gestalttherapie auf Antrag des Deutschen Dachverbands Gestalttherapie für approbierte Psychotherapeuten e.V. geprüft.

Links:
Gutachten zur wissenschaftlichen Anerkennung der Gestalttherapie

BPtK: ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
06. Juli 2018

S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung veröffentlicht

Für die Diagnostik und Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben sich die Berufs- und Fachverbände auf eine S3-Leitlinie geeinigt. Das multiprofessionelle Konsensverfahren auf Basis der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz war bis zum Schluss kontrovers. Zu den strittigen Empfehlungen gehört, ADHS schon bei Kindergartenkindern sowie bei mittlerem Schweregrad mit Medikamenten zu behandeln. 

Grundsätzlich empfiehlt die Leitlinie ein multimodales Behandlungskonzept und eine umfassende Aufklärung und Beratung der Patienten, Eltern, Erzieher und Lehrer, einschließlich Case-Management (Psychoedukation). Bleiben danach Auffälligkeiten bestehen, sind komorbide psychische Erkrankungen wie oppositionelles Trotzverhalten oder depressive Störungen, die bei bis zu 85 Prozent der Patienten bestehen, leitliniengerecht und das bedeutet in der Regel psychotherapeutisch zu behandeln. 

Je nach Alter und Schwere der Erkrankungen soll ADHS wie folgt behandelt werden:


Bei Kindern vor dem Alter von sechs Jahren soll primär psychosozial, einschließlich psychotherapeutisch interveniert werden. Eine Pharmakotherapie soll nicht vor dem Alter von drei Jahren angeboten werden. Medikamente dürfen außerdem nur von einem Facharzt verordnet werden, der besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Behandlung von Vorschulkindern verfügt.
Bei einem leichten Schweregrad soll primär psychosozial, einschließlich psychotherapeutisch interveniert werden. In Einzelfällen kann bei behandlungsbedürftiger zurückbleibender ADHS-Symptomatik ergänzend eine Pharmakotherapie angeboten werden.
Bei moderatem Schweregrad soll entweder eine intensivierte psychosoziale, einschließlich intensivierter psychotherapeutischer Intervention oder eine pharmakologische Behandlung oder eine Kombination dieser beiden Behandlungsansätze angeboten werden.
Bei schwerer ADHS soll primär eine Pharmakotherapie nach einer intensiven Psychoedukation angeboten werden. In die Pharmakotherapie kann eine parallele intensive psychosoziale, einschließlich psychotherapeutische Intervention integriert werden. In Abhängigkeit von dem Verlauf der Pharmakotherapie sollen bei zurückbleibender behandlungsbedürftiger ADHS-Symptomatik psychosoziale, einschließlich psychotherapeutische Interventionen angeboten werden.

Einige Verbände haben Sondervoten zu einzelnen Empfehlungen abgegeben und ein Verband hat der Leitlinie nicht zugestimmt. Hintergrund sind insbesondere abweichende Bewertungen der Studienlage zur Pharmakotherapie. Während es einerseits Evidenz dafür gibt, dass Psychopharmaka bei allen Schweregraden eine Linderung der Kernsymptomatik bewirken kann, hat die längerfristige Gabe von Psychopharmaka Nebenwirkungen wie zum Beispiel ein verringertes Größenwachstum. Anderseits liegen für die psychotherapeutische Behandlung noch nicht so viele Studien vor. „Für uns ist deshalb eine sehr gute Diagnostik und eine umfassende Aufklärung der Patienten und ihrer Angehörigen über die Risiken und Nebenwirkungen der Behandlungsalternativen entscheidend für partizipative Entscheidungsfindung“, erklärt BPtK-Vorstand Peter Lehndorfer. 

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat sich im Konsensverfahren unter anderem dafür eingesetzt, dass den Anwendern der Leitlinie detaillierte Informationen zur Bewertung der Schweregrade zu Verfügung stehen, um Patienten und ihre Angehörigen evidenzbasiert diagnostizieren und behandeln zu können. Die Komplexität der empfohlenen Behandlungsentscheidungen wird nur dann zu einer besseren Versorgung führen, wenn Art und Schwere des ADHS und seine Begleiterkrankungen fachgerecht diagnostiziert werden. Die Leitlinie hat eine Laufzeit von vier Jahren.

Links:
Homepage AWMF online: ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

BPtK: Weiterbildung nach der Approbation sicherstellen - BPtK-Symposium zur Reform des Psychotherapeutengesetzes
04. Juli 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

gerne möchten wie Sie auf folgendes Symposium der BPtK hinweisen: https://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/weiterbildun-1.html

Links:
Gutachten zur wissenschaftlichen Anerkennung der Gestalttherapie

Protest bringt was, sogar in Bayern: Die CSU will das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz in wesentlichen Punkten verändern!
03. Juli 2018

Der Entwurf des Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes für Bayern (BayPsychKHG), der von der bayerischen Staatsregierung nach langen Vorbereitungen am 19. April in den Landtag eingebracht wurde, hat massive Proteste von vielen Seiten hervorgerufen. Die DGVT hat wie viele andere Verbände, wie Kammern, Betroffenen- und Angehörigenorganisationen und wie auch viele Bürger heftig gegen diesen Gesetzentwurf Stellung bezogen. Denn er bringt psychisch kranke Menschen in die Nähe von Straftätern. Der Gesetzentwurf zielt insbesondere auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, die durch psychisch kranke Menschen gefährdet sei (so muss man nach Lesen des Entwurfs und der Begründung annehmen) und er will ausführlich die Registrierung und Kontrolle von Menschen, die in der Psychiatrie untergebracht werden, organisieren. Wirkliche Hilfe für die Betroffenen scheint angesichts der Ausführlichkeit der entsprechenden Vorgaben des Gesetzes nicht im Fokus der Autoren gestanden zu haben. Seit April ist in dieser Sache viel passiert: Neben vielen Hintergrundgesprächen, die seither gelaufen sind, muss man dankbar zur Kenntnis nehmen, dass auch die Süddeutsche Zeitung aus München sich engagiert mit der Thematik beschäftigt und ebenfalls in einer Serie von Beiträgen heftige Kritik geäußert hat.

Nachdem bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung des Gesetzentwurfs seitens der Staatspartei CSU öffentlich die Bereitschaft zu Zugeständnissen mitgeteilt wurde, zumindest zu einigen, blieb über längere Zeit unklar, wie weit diese gehen würden. Zu befürchten blieb, dass es sich nur um verbale und optische Klärungen und gefälligere Formulierungen handeln würde, dass der Kern des Gesetzes, die Erfassung und Kontrolle von psychisch kranken Menschen aber bestehen bleiben solle – dies lag nicht zuletzt deshalb nahe, weil die CSU ja „rechts von sich keinen Platz lassen will“, damit die AfD weniger Chancen im anstehenden Landtagswahlkampf hätte.

Inzwischen liegt der CSU-Antrag zur Änderung des Gesetzentwurfes im Landtag vor und die Fachleute, die Verbände und die Betroffenenorganisationen sind tatsächlich überrascht und erfreut: Fast alle ihrer Forderungen, die zuvor im Aktionsbündnis BayPsychKHG abgestimmt worden waren, sollen umgesetzt werden.

Einige Stichworte zu den vorgesehenen Änderungen am Entwurf:

  • klare Trennung zum Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter
  • Einfügung einer Präambel, die u.a. betont, dass Entstigmatisierung das Ziel des Gesetzes sei und dass Hilfe im Vordergrund stehen wird. Und dass es letztlich darum gehe, Unterbringungen gegen den Willen der Betroffenen zu vermeiden.
  • völliger Verzicht auf die Unterbringungsdatei
  • falls Unterbringung erforderlich: Förderung dezentraler Unterbringungsmöglichkeiten
  • besondere Regelungen für die angemessene Betreuung von Kindern und Jugendlichen
  • keine Unterbringungsbeiräte, sondern Weiterentwicklung der Besuchskommissionen unter Einbeziehung der Selbsthilfe
  • Stärkung der Stellung von Besuchskommissionen
  • Einbeziehung der Selbsthilfeorganisationen in Versorgungsplanungsgremien und geeignete finanzielle Unterstützung der Selbsthilfe
  • Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Beschwerdestellen
  • Begleitevaluation, auch zur Prüfung der Frage, ob den besonderen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mit diesem Gesetz Rechnung getragen wird

Das ist ein schöner Erfolg für alle Beteiligten, und es war sicher wertvoll, dass enorm viele, Einzelpersonen, Institutionen und Verbände, sich beteiligt haben und die Politik, insbesondere die CSU und ihre Gesundheits-, Sozial- und Ordnungspolitiker dort, mit ihren Stellungnahmen in Bedrängnis gebracht haben.

Heiner Vogel

DGVT-Newsletter - Ausgabe 4/2018
19. Juni 2018

[mehr]

Psychotherapie-Verbände: Ausbildungsreform muss auch die Weiterbildung regeln
6. Juni 2018

AVM, DGVT und andere veranstaltende Verbände veröffentlichen eine Pressemitteilung zur gemeinsamen verbändeübergreifende Ausbildungsveranstaltung morgen, 7. Juni 2018 in Berlin.

Pressemmitteilung zum Download

Einladung zum Download

Die PTK Bayern teilt mit: Frist für Antrag auf Höhergruppierung nach TVöD E14 für angestellte PP und KJP läuft aus!
05. Dezember 2017

Liebe Kolleg/innen

wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die Höhergruppierung in die Vergütungsgruppe E14 gemäß TVöD zum 31.12.2017 beantragt werden sollte, da sie nur dann rückwirkend zum 01.01.2017 gelten kann. Spätere Anträge können dann lediglich ab Antragsdatum wirken.

Diese Option gilt grundsätzlich für alle Psychologischen Psychotherapeut/innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/innen in Kliniken, Beratungsstellen, Einrichtungen der Jugendhilfe und sonstigen Institutionen, die nach TVöD-kommunal vergütet werden. Diese fristwahrende Höhergruppierung kann z. B. mit dem Satz beantragt werden „Hiermit beantrage ich die Höhergruppierung gemäß § 29 b TVÜ-VKA in die Entgeltgruppe 14 (Anlage 1 zum TVöD- VKA)“. Um zu erreichen, dass Ihre Erfahrungsstufe dabei nicht abgesenkt wird (was in der Entscheidung der Arbeitgeber liegt), sollten Sie den Wunsch äußern, dass die Höhergruppierung stufengleich erfolgt. Sollten Unsicherheiten hinsichtlich der Eingruppierung in die Erfahrungsstufen bestehen, sollten sie sich ggf. beim örtlichen Personalrat beraten lassen.

Achtung: Approbation und Ausübung psychotherapeutischer Tätigkeit erforderlich!

Besonders weist die Kammer darauf hin, dass es bzgl. der Eingruppierung in die Entgeltgruppe 14 (EG 14) darauf ankommt, dass man als approbierter Psychotherapeut/approbierte Psychotherapeutin am jeweiligen Arbeitsplatz auch psychotherapeutisch tätig ist. Für PP und KJP in Krankenhäusern und Kliniken, in denen psychisch oder psychosomatisch Kranke behandelt werden, ist diese Voraussetzung in der Regel erfüllt und der TVöD-K anwendbar.*

Für PP und KJP, die in anderen institutionellen Bereichen arbeiten, rät die Kammer, falls es diesbezüglich Zweifel geben sollte, darzulegen, dass die eigene Tätigkeit und die Erfüllung der übertragenen Aufgaben in der betreffenden Institution nur mit psychotherapeutischer Expertise möglich ist. Nachgewiesen werden könnte das beispielsweise durch das Anforderungsprofil in Stellenausschreibungen oder Arbeitsplatz-/Stellenbeschreibungen, die vom Arbeitgeber zu erstellen sind. Auch Aussagen im Rahmen des Qualitätsmanagements der Einrichtung oder Beschreibungen der Tätigkeitsschwerpunkte oder –Aufgaben in der Konzeption der Einrichtung sind geeignet, den Nachweis zu führen. Vereinbarungen der Einrichtung mit Kostenträgern und Kooperationspartnern könnten ebenfalls Argumente dafür bieten, dass Ihre Tätigkeit psychotherapeutische Expertise erfordert. Schließlich könnten Sie Aufgaben Ihres Berufsalltags in der Einrichtung konkret benennen und darauf hinweisen, dass deren Erfüllung ohne psychotherapeutische Expertise nicht zu leisten sind.

Wir möchten Sie diesbezüglich auch auf die Informationen und aktuelle Merkblätter hinweisen, die wir auf unserer Homepage zum Thema zusammengestellt haben: https://www.ptk-bayern.de/ptk/web.nsf/id/pa_tarifrecht.html

Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand der PTK Bayern

* XI. Beschäftigte in Gesundheitsberufen Nr. 18: Entgeltgruppe 14: „Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten jeweils mit Approbation und entsprechender Tätigkeit“ (Durchgeschriebene Fassung des TVöD für den Dienstleistungsbereich Krankenhäuser (TVöD-K) in der Fassung der Änderungsvereinbarung Nr. 9 vom 24. November 2016, Seite 112).

DGVT-/DGVT-BV-Pressemitteilung: Des Kaisers neue Kleider – Das Schweigekartell über die psychotherapeutische Unterversorgung hält an
20. November 2017

Wartezeiten für eine ambulante psychotherapeutische Behandlung von bis zu einem Jahr und sogar darüber hinaus sind in vielen Regionen Deutschlands die Regel. Im Bereich der Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist die Lage besonders eklatant. Dieser unhaltbare Zustand für Patient*innen hat sich trotz vieler Sonntagsreden und Lippenbekenntnisse der Politik seit Jahren nicht gebessert. Ein Musterbeispiel hierfür ist der jüngste Spruch des Bundesschiedsamts (Zusammensetzung: GKV-Spitzenverband, KBV sowie ein unparteiischer Vorsitzender und zwei weitere unparteiische Mitglieder). Was auf dem Papier zunächst so wirkt, als diene es dem Wohl der Patient*innen, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Mogelpackung. Auf Antrag der gesetzlichen Krankenkassen wurde bestimmt, dass die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen gegen deren erklärten Willen künftig auch Termine für probatorische Sitzungen bei Psychotherapeut*innen vermitteln müssen.

Mehr Informationen.

Aktiv für ein gesundes Arbeitsumfeld sorgen
09. Oktober 2017

Stellungnahme der DGVT und des DGVT-Berufsverbandes zum 25. World Mental Health Day am 10. Oktober zum Thema seelische Gesundheit am Arbeitsplatz.

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Studie belegt, dass PatientInnen zu wenig über ihre Rechte gegenüber Krankenkassen wissen
03.08.2017

Einer aktuellen Studie des IGES-Instituts und des Sozialrechtlers Prof. Dr. Gerhard Igl zufolge („Leistungsbewilligungen und -ablehnungen durch Krankenkassen“) sind Versicherte häufig nur unzureichend über ihre Rechte aufgeklärt. Lediglich ein Viertel der PatientInnen legt Widerspruch ein, wenn ein von ihnen gestellter Leistungsantrag (z.B. Vorsorge- oder Rehabilitationsleistung) von ihrer Krankenkasse abgelehnt wird. Spannend ist die Betrachtung der gestellten Widersprüche, denn hier zeigte sich, dass die Hälfte der Widersprüche erfolgreich war (stark abhängig von der jeweiligen Krankenkasse).

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BMG legt Arbeitsentwurf für ein zukünftiges Psychotherapiestudium vor
31. Juli 2017

Wie bereits seit längerem angekündigt, hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nun einen ersten Arbeitsentwurf vorgelegt, in dem eine Neuregelung der Psychotherapeutenausbildung vorgeschlagen wird. In dem Entwurf für ein sogenanntes Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz wird ein fünfjähriger Studienweg definiert, der in einer verpflichtend festgeschriebenen Studienstruktur mit Bachelor- und einem Masterstudium zur Erlangung der Heilkunde für Psychotherapie führen soll. Mit zwei staatlichen Prüfungen, die nach dem ersten und nach dem zweiten Studienabschnitt abgelegt werden, kann demnach die Berufszulassung erlangt werden.

Außerdem wird in diesem Arbeitsentwurf die Einrichtung erweiterter Modellstudiengänge ermöglicht, mit denen die psychotherapeutische Heilkunde um Kompetenzen erweitert wird, die die Verordnung psychopharmakologischer Maßnahmen möglich machen und zu einer entsprechenden heilkundlichen Befugniserweiterung führen soll.

Der Arbeitsentwurf beinhaltet wesentliche Änderungen zum Eckpunktepapier des BMG vom November 2016. Insbesondere sind die vorgeschriebenen Zeiten für praktische Studieninhalte deutlich verkürzt worden. Ein Praxissemester, wie es z.B. auch der Deutsche Psychotherapeutentag (DPT) fordert, ist nicht vorgesehen.

Der Arbeitsentwurf lässt derzeit die zukünftige Berufsbezeichnung noch offen. Auch eine konkrete Definition der erforderlichen Studieninhalte in einer Approbationsordnung steht noch aus. Vor allem aber gibt es nach wie vor keine Aussagen zu den strukturellen Rahmenbedingungen einer zukünftigen Weiterbildung, die sich an ein Psychotherapiestudium anschließen soll. Hierzu wurden vom BMG lediglich Diskussionspunkte vorgelegt, die nun mit den Bundesländern in Angriff genommen werden sollen. Der DPT hatte stets klargestellt, dass eine zeitgleiche Verabschiedung entsprechender Regelungen eine unabdingbare Voraussetzung für eine Ausbildungsreform darstellt.

Arbeitsentwurf zum Download

Konstituierende Delegiertenversammlung der PTK
04. Mai 2017

Am 4. Mai fand die konstituierende Sitzung der Delegiertenversammlung in München statt. Ihr waren einige intensive Verhandlungen zwischen den größeren Fraktionen vorausgegangen, die sehr konstruktiv verliefen und für unsere PP- und KJP-Wahllisten „Kammervielfalt“, die gemeinsam von dgvt und avm organisiert waren, sehr erfolgreich ausgingen. Letztlich gab es weitgehend abgestimmte Wahlvorschläge und die Versammlung konnte dann auch zügig, trotz der vielen anstehenden Wahlen, durchgezogen werden.

In den Vorstand wurden zunächst – jeweils ohne Gegenkandidaten – wiedergewählt: Als Präsident: Nikolaus Melcop, als 1. Vizepräsident Bruno Waldvogel, als 2. Vizepräsident Peter Lehndorfer, als Beisitzer: Birgit Gorgas, Anke Pielsticker und Heiner Vogel.

Um den vierten Beisitzerposten gab es dann eine echte Wahl mit zwei Kandidaten: Monika Sommer, leitende Psychotherapeutin der psychiatrischen Bezirksklinik/Universitätsklinik Regensburg, von unserer Liste gegen den bisherigen vierten Beisitzer Benedikt Waldherr. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der beiden, die beinahe freundschaftlich verlief, konnte sich in der Wahl dann Monika Sommer mit 24 gegen 16 Stimmen souverän durchsetzen. Im Ergebnis hat unsere Liste nun zwei Personen in den Vorstand bringen können – wir sind zufrieden.

Anschließend fand die Wahl der Delegierten für den Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) statt. Von den insgesamt 19 bayerischen Delegierten (jeweils mit 2 Stellvertretern) erhielt unsere Liste nach dem Wahlverfahren Hare/Niemeyer 5 Plätze, auch eine Verbesserung um 2 gegenüber der letzten Wahlperiode. Für die Kammervielfalt wurden als Delegierte gewählt: Rainer Knappe (Stellvertreter 1: Maria Gavranidou, Stellvertreter 2: nn), Markos Maragkos (Birsen Kahraman, Andreas Mühlberger), Monika Sommer (Christian Hartl, Judith Siegl), Willi Strobl (Anne Knappe, Norbert Beck) und Heiner Vogel (Rudi Merod, nn).

Markos Marakos wurde schließlich noch zum Mitglied des Finanzausschusses und zum stellvertretenden Delegierten für den Finanzausschuss der Bundespsychotherapeutenkammer gewählt. Weitere Ausschüsse wurden nicht gewählt.

Was gab es sonst noch und was lief eigentlich inhaltlich? Die Eröffnung durch den – noch jungen – Alterspräsidenten Peter Lehndorfer bot einen kurzen, aber auch amüsanten Rückblick auf die Zeit der Kammergründung vor 15 Jahren. Der Bericht des Vorstandes, von Nikolaus Melcop vorgetragen, gab insbesondere den neuen Delegierten einen guten Überblick über die Arbeit der letzten Jahre, bei dem auch die zukünftigen Herausforderungen herausgearbeitet wurden. In diesem Zusammenhang gab es ein engagiertes und überzeugendes Plädoyer von Birgit Gorgas für ein stärkere Gender- und Diversity-Orientierung bei den Kammern und ihren Organen/Gremien (vielleicht hat das auch dazu beigetragen, dass hinterher bei der Vorstandswahl eine dritte Frau in den Vorstand gewählt wurde….).

Am Ende waren vermutlich alle angenehm überrascht, dass wir eine Stunde früher mit der Tagesordnung fertig waren, als es ursprünglich geplant war.

Heiner Vogel

Schädliche Tabak-Werbung endlich eindämmen
31. Mai 2017

Die DGVT fordert anlässlich des Weltnichtrauchertags erneut alle Bundestagsabgeordneten dringend auf, den Gesetzentwurf zur Einschränkung von Tabakwerbung noch in dieser Legislaturperiode zu beraten und ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden Download.

Den Teufelskreis durchbrechen: Psychosoziale Versorgung von Geflüchteten in Berlin
30. Mai 2017

MitarbeiterInnen und Auszubildende des DGVT-Ausbildungszentrums Berlin engagieren sich ehrenamtlich in der psychosozialen Versorgung Geflüchteter. Ein Interview mit Monika Basqué

Aktueller Stand der Reform des SGB VIII: Die „kleine“ Reform wird zum 01.01.2018 umgesetzt
10. Mai 2017

Das Bundeskabinett hat am 12. April 2017 den von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorgelegten Gesetzentwurf eines "Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes" beschlossen. Der Artikel zum aktuellen Stand gibt einen Überblick die bisherige Entwicklung des Gesetzes. Die Stellungnahme des Paritätischen, in dem die DGVT als Mitgliedsorganisation mitarbeitet, zeigt die notwendigen Änderungen auf, die im parlamentarischen Verfahren an dem Gesetzentwurf vorgenommen werden sollten.

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Unser Team aus 58 PsychotherapeutInnen und den unterschiedlichsten Verbänden macht sich für Sie und die Psychotherapie auf Landesebene stark. Bei uns sind jüngere ("frisch approbierte") und ältere/erfahrene KollegInnen. Sie decken gemeinsam das breite Spektrum psychotherapeutischer Tätigkeitsfelder ab: Im Bereich der Niederlassung sind es Vertragspsychotherapeut/innen und "Kostenerstatter"; im Angestelltenbereich sind es KollegInnen aus Psychiatrischen Kliniken, Reha-Kliniken, Maßregelvollzug, somatischen Kliniken, Beratungsstellen, Jugendhilfe, MVZ-MitarbeiterInnen u.a.).

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